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Börsenbericht – Zoll-Paket belastet

Die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump hinterließen zuletzt deutliche Spuren. Der DAX rutschte im bisherigen Handelsverlauf auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar und gan sogar die runde Marke von 22.000 Punkten preis. Das Zoll-Paket sieht unter anderem pauschale Zölle in Höhe von 10 % auf Importe aus allen Ländern vor. Je nach Handelsdefizit sollen für viele Staaten zudem deutlich höhere Strafabgaben eingeführt werden. Einfuhren aus Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten sollen demnach mit 20 % besteuert werden. Verhandlungen oder Deals scheinen, Experten zufolge, zwar noch möglich, ob und wenn ja mit welchen Zugeständnissen diese zustande kommen könnten, ist derzeit allerdings schwer abzuschätzen. Auch auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed dürften die Ankündigungen Auswirkungne haben. Notenbankerin Adriana Kugler plädierte auch mit Blick auf die Inflationsrate für eine Zinspause. Die von Trump aufgebauten Handelshürden könnten nach Ansicht von Fachleuten in den USA für steigende Preise sorgen, da sich viele Importprodukte wie etwa Holz, Autos oder Halbleiter verteuern dürften. Diese Sorge hat unter Investoren bereits Rezessionsängste aufkommen lassen. Vor den Zoll-Ankündigungen konnten die Leitindizes der Wall Street zunächst noch mit leichten Gewinnen den Handel beenden. Die Futures deuten allerdings auf einen deutlich schwächeren Handelsstart hin. Nach den Zollankündigungen erreichte der "sichere Hafen" Gold erneut ein Rekordhoch. 

Ziemlich alle Branchen gerieten angesichts der Zölle unter Druck. Besonders schwer traf es dabei die Sportartikelhersteller und den Finanzsektor. Rohstoff-, Industrie-, Auto- und Techwerte sackten ebenfalls ab. Pharma-Aktien legten indes teilweise zu, weil Zölle für diese Branche vorübergehend nicht gelten sollen.

Immobilien-Werte zählen bei fallenden Marktzinsen derweil zu den Gewinnern. Die Aktienkurse von Vonovia, TAG Immobilien, Dt. Wohnen, Aroundtown und LEG immobilien legten zuletzt deutlich zu. Auch der Immobilienfinanzierer Hypoport fuhr vor. 

Siemens kauft zum zweiten Mal binnen weniger Monate eine Softwarefirma aus den USA und will damit sein Geschäft mit Automatisierungstechnik stärken. Der Münchner Technologiekonzern zahlt 5,1 Mrd. $ für Dotmatics, eine auf Software für die Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln spezialisierte Firma aus Boston.

Am 5. Juni bringt der japanische Spielehersteller Nintendo seine neue Konsole Switch 2 auf den Markt. Der Preis soll bei rund 470 € liegen. Die Switch ist das wichtigste Produkt für Nintendo. Darauf veröffentlicht das Unternehmen exklusiv seine neuen Spiele, etwa die Reihen "Pokémon", "Animal Crossing" und alles, was zum "Super Mario"-Franchise gehört.

Da der Autokonzern Ford von den Zöllen profitieren wird, will der Konzern Insidern zufolge Preisnachlässe für mehrere Modelle angekündigt. Der Automobilhersteller stellt 80 % seiner in den USA verkauften Fahrzeuge im Inland her und ist damit besser vor den Zöllen von US-Präsident Donald Trump geschützt als einige seiner Konkurrenten.

Die Dt. Bank-Tochter DWS muss eine Millionenbuße wegen "Greenwashing"-Vorwürfen zahlen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die wegen des Anfangsverdachts des Kapitalanlagebetrugs ermittelte, verhängte ein Bußgeld von 25 Mio. €. Es handelt sich um die höchste Strafe, die jemals in Deutschland wegen Greenwashing-Delikten verhängt wurde.

Der Pharmakonzern Roche muss bei seinem Umsatzrenner Ocrevus einen Dämpfer verkraften. Eine höhere Dosierung des Multiple-Sklerose-Medikaments brachten den Patienten in Bezug auf das Fortschreiten der Erkrankung keinen zusätzlichen Nutzen, wie der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern am Mittwoch mitteilte. Die entsprechende klinische Studie der Phase III verfehlte damit ihr Hauptziel.