Nicht nur der Technologie-Sektor scheint die hohen Erwartungen des Marktes nicht zu erfüllen, auch die Online-Plattform Reddit verfehlte die Prognosen und wird abgestraft – zu Unrecht! Denn allein im Schlussquartal steigerte das Unternehmen die Zahl der aktiven Nutzer um 39 % auf 101,7 Mio. Der Umsatz konnte auf 427,7 (249,8) Mio. $ verbessert werden. Auch nach Steuern erzielte Reddit mit einem Gewinn von 71,04 (18,53) Mio. $ deutliche Zuwächse. CEO Steve Huffman sieht sich zudem für die Zukunft gut aufgestellt. So gab der Manager an, die Lösung, um loyale Nutzer zu gewinnen, sei die Entwicklung von Tools wie Reddit Answers, einem KI-gestützten Suchtool, das Antworten auf der Grundlage von Eingaben der Nutzer auf der Plattform generiert. Die Plattform hat im vergangenen Jahr eine Reihe von KI-bezogenen Investitionen und Partnerschaften getätigt. Zudem wurde eine Vereinbarung zur Lizenzierung von Inhalten mit Google und OpenAI angekündigt, die es den Entwicklern von Gemini und ChatGPT ermöglicht, ihre Modelle mit Reddit-Daten zu trainieren.
Seit Ende vergangenen Jahres ist Reddit nicht zu bremsen. Etwaige Rücksetzer werden schnell ausgemerzt. Dennoch werden hier erste Gewinne abgesichert; (B+).
Höhere Wertminderungen auf Vermögenswerte haben den Getränkegiganten Coca-Cola im abgelaufenen Geschäftsjahr belastet. Während die Umsätze 2024 um 3 % auf 47,06 Mrd. $ noch zulegen konnten, stand nach Steuern ein leicht verringerter Gewinn von 10,63 (10,71) Mrd. $ in der Bilanz. Derweil rechnet der Konzern im lfd. Jahr mit einem schwächeren organischen Wachstum. Nach einem Umsatzplus aus eigener Kraft von 12 % im vergangenen Jahr, erwartet das Management 2025 plus 5 bis 6 %. Auf etwaige Auswirkungen aufgrund der Einfuhrzölle auf Aluminium, reagierte das Management mit dem „vermehrten Einsatz von Plastikflaschen“.
Die günstige Bewertung von Coca-Cola scheint endlich entdeckt worden zu sein. Zumindest gibt der Wert gerade wieder richtig Gas. Dabeibleiben! (B+).
Der Versicherer Travelers geht für die Waldbrände in Kalifornien im Januar von einem Schadenbetrag in Milliardenhöhe aus. Gemäß einer vorläufigen Schätzung dürften sich die Katastrophenschäden aus den Bränden auf 1,7 Mrd. $ vor Steuern belaufen. Nach Steuern dürften immer noch 1,3 Mrd. $ als Belastung übrig bleiben. Die Schätzung beinhaltet dem Management zufolge sowohl Personen- als auch gewerbliche Schäden. Im Geschäftsjahr 2024 hatte der US-Konzern seinen Umsatz auf 46,42 (41,36) Mrd. $ steigern können. Unter dem Strich wies Travelers einen Gewinn von 4,99 (2,99) Mrd. $ aus.
Die vorsichtigen Aussichten verschreckten zunächst die Travelers-Anleger. Langfristig bleibt der Wert jedoch eine gute Investition; (B+).
Der anhaltend scharfe Wettbewerb und „extreme Wetterereignisse“ lassen den Fahrdienstvermittler Lyft trotz eines guten Geschäftsjahres etwas vorsichtiger auf die weitere Entwicklung blicken. So rechnen die Amerikaner im lfd. 1. Quartal mit Bruttobuchungen im Volumen von 4,05 bis 4,20 Mrd. $. Im Schlussquartal hatte Lyft hier noch einen Wert von 4,28 Mrd. $ eingefahren. Beim Umsatz erzielte das Unternehmen im Gesamtjahr 2024 5,79 Mrd. $, nach 4,40 Mrd. $ im Vorjahr. Nach Steuern stand zudem ein Gewinn in Höhe von 22,78 Mio. $ in der Bilanz, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von –340,3 Mio. $ aufgelaufen war. Lyft befindet sich in einem harten Wettbewerb mit seinem US-Konkurrenten Uber um Fahrgäste. So passte Lyft seine Preise an die des größeren Rivalen an, um mehr Marktanteile zu gewinnen.
Bei Lyft fährt man nach wie vor auf Abstand; (B).
Eine hohe Nachfrage nach Elektronikmaterialien für Hochleistungschips hat DuPont zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen. Der Umsatz stieg 2024 um 3 % auf 12,4 Mrd. $, der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) legte um 7 % auf 3,14 Mrd. $ zu. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn lag bei 703 (423) Mio. $. Für das lfd. Jahr stellt DuPont nunmehr einen Umsatzanstieg auf rund 12,8 bis 12,9 Mrd. $ in Aussicht. Der bereinigte operative Gewinn soll auf 3,33 bis 3,38 Mrd. $ zulegen. Vor allem ein boomender Markt für Halbleiter, die in KI-Technologien zum Einsatz kommen, sorgt derzeit für Rückenwind bei DuPont. Das Unternehmen beliefert die Chipindustrie mit Materialien für die Herstellung, Verpackung und Montage von Hochleistungschips. DuPont hatte im Mai vergangenen Jahres angekündigt, sich in drei Unternehmen aufzuspalten, entschied sich aber im Januar gegen den Verkauf der Sparte Wasser & Schutz, die u.a. Technologien zur Wasseraufbereitung herstellt. Stattdessen will der Konzern nur sein Elektronikgeschäft abspalten. Die Transaktion soll bis zum 1. November abgeschlossen sein.
Bei DuPont läuft der Umbau auf Hochtouren. Diesen gehen Bestandsaktionäre zunächst mit; (B+).
Zwar sorgten Sonderbelastungen aus vorherigen Akquisitionen bei Gilead Sciences für einen Gewinnrückgang, die Aussichten bleiben dennoch positiv. Vor allem die für den frühen Sommer geplante Markteinführung des HIV-Medikaments Lenacapavir dürfte dem Biotechkonzern „deutliche Zugewinne“ bescheren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 lagen die Umsätze bei 28,75 (27,12) Mrd. $. Nach Steuern fiel der Gewinn auf 480 Mio. $ zurück, nach 5,67 Mrd. $ im Vergleichszeitraum. Im lfd. Jahr geht Gilead nunmehr von einem Gewinn je Aktie in der Bandbreite von 5,95–6,35 (0,38) $ aus.
Mit Lenacapavir hat Gilead einen wahren Blockbuster-Kandidaten an der Hand. Halten! (B+).
Die Kaufzurückhaltung nach Preiserhöhungen für Snacks und Fertiggerichte setzt Kraft Heinz weiter zu. Vor allem Kunden mit einem geringen und mittleren Einkommen halten sich wegen der hartnäckigen Inflation etwa beim Kauf von Gewürzen zurück. Der Umsatz fiel 2024 auf 25,85 (26,64) Mrd. $. Nach Steuern ging der Gewinn auf 2,74 (2,86) Mrd. $ zurück. Entsprechend vorsichtig gibt sich Kraft Heinz auch beim Ausblick auf das lfd. Geschäftsjahr. Der bereinigte Gewinn soll 2025 zwischen 2,63 und 2,74 (2,27) $ je Aktie liegen und damit über dem Vorjahreswert, am Markt wurde jedoch ein höheres Ergebnis anvisiert.
Kraft Heinz bekommt die Konjunkturflaute seit Monaten zu spüren. Bislang scheint sich der Wind hier auch nicht zu drehen. Entsprechend geht man hier vorerst auf Abstand; (B–).
Der Netzwerk-Ausrüster Cisco profitiert nach wie vor vom KI-Boom. „Mit der zunehmenden Verbreitung von KI sind wir gut positioniert, um unsere Kunden beim Ausbau ihrer Netzwerkinfrastruktur und der Datenverarbeitungskapazität sowie bei der Einführung erstklassiger KI-Sicherheit zu unterstützen“, so Cisco-Chef Chuck Robbins. Sein Unternehmen hat unter anderem KI-gestützte Sicherheitssoftware im Angebot. Außerdem entwickelt es mit den französischen OpenAI-Rivalen Mistral Programme für die Automatisierung von Aufgaben. Im vergangenen 2. Quartal erreichten die Aufträge für Infrastruktur zum Betrieb Künstlicher Intelligenz 350 Mio. $. Im gesamten 1. Halbjahr waren es nahezu 700 Mio. $. Der Konzernumsatz wuchs im Berichtszeitraum um 9 % auf 14 Mrd. $ an. Nach Steuern sank der Gewinn indes um 8 % auf 2,4 Mrd. $. Aktionäre können sich dennoch über eine um 3 % auf 0,41 $ je Aktie Quartalsdividende freuen (Quellensteuer beachten!).
Cisco befindet sich im Rally-Modus. Hier geht man die KI-Fantasie weiter mit; (B+).
Biogen hält weiter an seinem Restrukturierungsprogramm „Fit for Growth“ fest und will auch im lfd. Jahr weitere Milliarden einsparen. Im abgelaufenen Jahr gingen die Umsätze auf 9,68 (9,84) Mrd. $ zurück. Nach Steuern machten sich neben dem Sparprogramm auch die Einführung neuer Medikamente positiv bemerkbar und schoben den Gewinn auf 1,63 (1,16) Mrd. $ vor. Für 2025 bleibt Biogen dennoch vorsichtig und geht von einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich aus.
Biogen schafft es trotz Sparprogramm charttechnisch nach wie vor nicht aus dem Kurskeller. Auf Abstand gehen; (B–).
Die wieder anziehenden medizinischen Eingriffe, vor allem in den USA, haben GE Healthcare im abgelaufenen Jahr gestützt. Damit konnte auch die anhaltende Konjunkturschwäche im wichtigen chinesischen Markt abgefedert werden. Insgesamt legten die Umsätze im Geschäftsjahr 2024 auf 19,67 (19,55) Mrd. $ zu. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,99 (1,57) Mrd. $ in der Bilanz. Vor diesem Hintergrund gibt sich das Medizintechnikunternehmen für das lfd. Jahr optimistisch und visiert ein organisches Umsatzplus von 16,7–16,8 % an. Das Unternehmen rechnet zudem damit, dass die starke Nachfrage nach seinen medizinischen Geräten in Märkten wie den USA die Schwäche in China weiter ausgleichen wird.
GE Healthcare st zurück auf der Überholspur. Hier bleibt man langfristig investiert; (B+).
Der Landmaschinenhersteller Deere & Co. leidet nach wie vor unter der verringerten Nachfrage, da mehr Landwirte aufgrund schwacher Einkommen und hoher Kreditzinsen dazu übergingen, Traktoren und andere Maschinen zu mieten – vor allem in den USA. Im 1. Quartal 2024/25 gingen die Umsätze um 30 % auf 8,51 Mrd. $ zurück. Operativ sackte das Ergebnis von 2,19 Mrd. $ im Vorjahr auf 793 Mio. $ ab. Auch nach Steuern musste Deere einen deutlichen Gewinnrückgang auf 869 Mio. $ verbuchen, nach noch 1,75 Mrd. $ im Vorjahr.
Trotz schwieriger Marktlage kann sich Deere & Co. charttechnisch nach wie vor halten. Allerdings dürfte sich die Lage gerade auf dem wichtigen US-Markt vorerst nicht entspannen. Daher ernten Anleger hier erste aufgelaufene Gewinne; (B+).
Der Chipindustrie-Zulieferer Applied Materials gibt sich angesichts der aktuell angespannten Marktlage vorsichtig. Das Unternehmen geht davon aus, dass die eskalierenden geopolitischen Spannungen und die schwache Nachfrage nach Speicherchips für die Unterhaltungselektronik den Absatz seiner Chipherstellungsanlagen beeinträchtigen werden. Applied Materials prognostizierte für das 2. Quartal einen Umsatz von etwa 7,1 Mrd. $, plus oder minus 400 Mio. $. Im per Ende Januar abgeschlossenen 1. Quartal erzielten die US-Amerikaner einen Umsatz von 7,71 (6,71) Mrd. $ sowie einen Nettogewinn von 1,19 (2,02) Mrd. $. Im lfd. Quartal wird das Unternehmen „exportkontrollbedingten Gegenwind berücksichtigen“, so CFO Brice Hill. Die US-Regierung erklärte im Dezember, dass neue Kontrollen für den Export von Halbleiterproduktionsanlagen, die für die Herstellung von Advanced-Node-Chips benötigt werden, nach China eingeführt werden, wovon der Konzern signifikant betroffen ist.
Bei Applied Materials bleibt man zunächst nur auf dem Beobachtungsposten; (B).
Der US-Serveranbieter Super Micro Computer dampft seine Umsatzprognose ein. Das Unternehmen rechnet nach eigenen Angaben nun für das Geschäftsjahr 2025 nur noch mit einem Nettoumsatz zwischen 23,5 und 25,0 Mrd. $. Zuvor war der Konzern von 26,0 bis 30,0 Mrd. $ ausgegangen. Das Management verwies auf den zunehmenden Wettbewerb zwischen den Serverherstellern um Hochleistungscomputer, die zum Trainieren von Modellen für Künstliche Intelligenz verwendet werden. Darüber hinaus gab Super Micro an, bis zum 25. Februar seine verspäteten Jahres- und Quartalsberichte nachzureichen, um zu verhindern, dass die Aktien des Unternehmens von der US-Börse Nasdaq genommen werden. Eigentlich sollten die Berichte bereits im vergangenen August veröffentlicht werden.
Bei Super Micro Computer bleibt der Verkaufshinweis bestehen; (B–).
Der Verlust des US-Biotechkonzerns Moderna ist zum Jahresabschluss höher ausgefallen als befürchtet. Während der Umsatz auf 3,24 (6,85) Mrd. $ zurückging, stand nach Steuern ein Verlust von –3,56 (–4,71) Mrd. $. Finanzchef James Mock führte den Verlust auf eine Abschreibung in Höhe von 238 Mio. zurück. Diese stehe im Zusammenhang mit der Kündigung eines Vertrags mit einem Auftragshersteller. „Wir waren der Ansicht, diesen Hersteller nicht mehr zu benötigen und wollten mögliche Überkapazitäten abbauen“, so der Manager. Den Namen des Herstellers nannte er nicht. Der Impfstoffhersteller will die Ausgaben in diesem Jahr weiter reduzieren und rechnet noch in diesem Jahr mit der Zulassung seines RSV-Impfstoffs für besonders gefährdete Erwachsene.
Moderna steckt tief im Kurskeller. Abstand halten! (B–).
Airbnb hat ein starkes Schlussquartal abgeliefert und geht auch für 2025 von „weiterem Wachstum“ aus. Im 4. Quartal stand ein Umsatz von 2,48 (2,22) Mrd. $ in der Bilanz. Nach Steuern erzielte Airbnb nach einen Verlust von –349 Mio. $ im Vorjahr sogar einen Gewinn in Höhe von 461 Mio. $. Auf Jahressicht musste der Wohnungsvermieter v.a. aufgrund von steuerlichen Effekten allerdings einen Ergebnisrückgang auf 2,65 (4,79) Mrd. $ verbuchen.
Airbnb ist zurück auf der Überholspur. Wem die Diskussion über Vermietungssteuern in Europa jedoch zu unsicher ist, steigt hier aus und nimmt Gewinne mit; (B+).